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Gartentipps 2018

Juni/Juli/August

Richtig gießen im Sommer

In der heißen Sommerzeit haben die Menschen Durst, aber auch die Pflanzen brauchen Flüssiges.
Ideal ist es, morgens zu den Wurzeln zu gießen mit Wasser aus der Regentonne. Es ist wärmer und die Pflanzen erleiden an heißen Sommertagen keinen Kälteschock. Schnecken und Pilzkrankheiten finden hingegen ideale Lebensbedingungen, wenn der Garten abends bewässert wird. Gießen Sie auch kräftig, nicht jeden Tag oberflächlich. So können die Wurzeln gut verankert das notwendige Wasser aufnehmen und mit den Bodenorganismen einen wachstumsfördernden Tauschhandel zu führen.

Ein anerkannter Wissenschaftler, der Zellbiologe Ditmar Volkmann von der Universität Bonn sagt, dass Pflanzen sich in einem riesigen unterirdischen „Webnetz“ auch untereinander Nährstoffe und Informationen austauschen. Er ist überzeugt, dass der Wurzelbereich als eine Art diffuser Kommandobereich funktioniert. Vorerst eine Hypothese, jedoch wurden in den letzten Jahren viel Moleküle entdeckt, die unseren Neurtransmittern ähnlich oder sogar gleich sind. Fast alle Neurotransmitter, die man bei Tieren und Menschen kennt, hat man auch in Pflanzen gefunden, so zum Beispiel Acetylcholin, Melatonin, Serotonin und Gaba.

Bei solch beeindruckenden neuen Erkenntnissen ist es ganz selbstverständlich, dass es den Pflanzenwurzeln nicht egal sein kann, wie sie ernährt werden. Kompost, Kompost-Tee ist für Pflanzen, wie für uns ein reichhaltiges Buffet, aus dem wir je nach Appetit wählen können. Und synthetischer Dünger ist wie eine Zwangsernährung durch eine Infusion. Synthetische Dünger lösen sich im Wasser auf und die Pflanze muss, wenn sie Durst hat, auch die Nährstoffe mit aufnehmen, was ihre Widerstandkraft schwächt. Kompost-Tee hingegen stärkt ihre Widerstandskraft mit Milliarden Bodenorganismen.

Frisch gepflanzte Bäume ausreichend bewässern
Gerade frisch gepflanzte Bäume müssen ständig feucht gehalten werden. 50-100 Liter Wasser pro Baum sind in heißen Monaten sogar mehrmals wöchentlich notwendig, jedoch wird diese Menge nicht immer eingehalten. Zudem läuft das Wasser unkontrolliert weg, wenn nicht ein größerer Gießrand um den Stamm angelegt wurde. Hilfreich können hier Bewässerungssysteme sein, die neben der fachgerechten Bewässerung auch sehr viel Zeit sparen können. Gießringe, die um den Stamm gelegt und befüllt werden können hindern schon sehr gut das Wasser am weglaufen. Besser sind sogenannte Bewässerungssäcke, die um den Stamm herum mit Klettverschluss befestigt werden. Diese Säcke, z.B. der Treegator, haben eine Füllmenge von 50 oder 100 Litern Wasser und kleine Öffnungen an der Unterseite lassen kontrolliert das Wasser langsam ablaufen. So ist der Ballen der Pflanze, der empfindlichste Teil nach der Pflanzung, immer schön feucht und Wurzeln können sich in den Wurzelraum ausbreiten. Da der Sack schneller befüllt werden kann, als ein Gießvorgang dauert, spart man auch noch Zeit.

Sommerfrische Kräuter mit Zitronenduft
Zitronen-Melisse, -Verbene und –Minze: ihnen allen ist das erfrischende Zitronenaroma gemein, das bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen besonders hervortritt. Zitronenminze wird wegen ihrer Wurzelausläufer am besten im Kübel gepflanzt; auch bei der Verbene bietet sich das aufgrund mangelnder Winterhärte an. Zweitere behält übrigens beim Trocknen ihr Aroma viel besser als die Melisse und eignet sich auch wunderbar für kalt angesetztes Zitronenwasser. Zitronenmelisse wirkt hingegen heilsam auf Haut, Magen, Darm und Nerven – probieren Sie doch einmal einen Tee oder ein Bad damit aus!


Schwertlilien zu neuer Blüte verhelfen
Die zweite Julihälfte ist der optimale Zeitpunkt, um Schwertlilien umzusetzen. Diese wollen nach 4 bis 5 Jahren am selben Standort nämlich nicht mehr so recht blühen. Schwertlilien bilden Rhizome, das sind verdickte Wurzelabschnitte, die man zur Vermehrung nutzen kann. Dafür bricht man einfach ein Stück Rhizom, dem sowohl Wurzeln als auch Blätter entspringen, ab und kürzt Blätter sowie Wurzeln auf die Hälfte ein. Diese Rhizomstücke setzt man dann in mit Kompost gedüngte Erde und drückt für guten Bodenkontakt die Erde nach dem Gießen noch einmal an.


Erdäpfelkäfer
Den ersten Befall des Erdäpfelkäfers abzupassen und so eine Chance gegen ihn zu haben! Sammeln Sie Eier, Larven und Käfer ein. Hin und wieder können Sie sich eine kurze wohlverdiente Pause gönnen, indem Sie durch das Streuen von Gesteinsmehl auch den Erdäpfelkäfer zu einem vorübergehenden Fraßstopp zwingen. Ist die Plage so nicht bewältigbar, können biologische Mittel auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis eingesetzt werden.

Gemüse für Zwischen- und Nachsaaten
Bei einigen Kulturen im Gemüsegarten steht bereits bald die letzte Ernte bevor. Das verspricht nicht nur Gaumenfreuden, sondern auch freiwerdende Fläche im Gemüsebeet! Diese wird natürlich am besten genutzt, indem man erneut Gemüse darauf pflanzt. Besonders gut eignet sich hier schnell wachsendes Grünzeug wie Rucola, Spinat, Sommerportulak oder Gartenmelde. Aber auch Kulturen, die längere Anlaufzeit brauchen und dafür erst im frühen Winter geerntet werden, eignen sich ausgezeichnet für die Nachnutzung des Beetes – so etwa Vogerlsalat, Kohlrabi oder Pak Choi.